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160619 - Pressemitteilung vom 19.06.16 - Hintere Tagwiese

Pressemitteilung vom 19.06.16

Der Grüne Blick auf die Erzhäuser Politik

Zu Besuch bei Blaubeer's

Wo sich bis vor kurzem noch eine wunderschöne Waldwiese erstreckte, „schmückt“ nun ein zwei Meter hoher Zaun vor schnurgerade gezogenen Pflanzreihen auf Rindenmulch die Landschaft: Der zweite Bauabschnitt der Blaubeerplantage auf der Hintersten Tagwiese ist fertig. Ob die naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden, wollten Mitglieder von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN, zwei Vertreter des Naturschutzbundes (NABU) und weitere interessierte MitbürgerInnen aus Erzhausen am Mittwoch, den 01.06., bei einem Ortstermin mit Herrn Rusche von der Unteren Naturschutzbehörde wissen. Vermittelt hatte diesen Termin Kreis-Umweltdezernent Christel Fleischmann (Bündnis 90 / DIE GRÜNEN), der selbst leider nicht anwesend sein konnte. Herr Rusche berichtete, dass er erst vor kurzem Mitarbeiter des Umweltingenieurbüros bei Monitoring-Maßnahmen auf dem Gelände angetroffen habe, und dass die als Ausgleichsmaßnahme festgelegten Tümpel nördlich des Bachlaufs fertiggestellt seien.

Die Kleintierdurchlässe im Zaun wurden allerdings moniert: Im Stabgitterzaun fehlt zwar in regelmäßigen Abständen einmal ein Gitterstab, so dass Durchlässe in der festgelegten Größe von 10 auf 20cm entstehen. Oben und unten im Durchlass war aber jeweils gut 1 cm des Drahtes stehengelassen worden, so dass eine erhebliche Verletzungsgefahr für Tiere besteht. So ist es nicht verwunderlich, dass bei keinem der Durchlässe Spuren davon zu finden waren, dass diese angenommen werden und tatsächlich Tiere hindurchwechseln.

Die Ausgleichsfläche zwischen Zaun und Bach war wie festgelegt noch nicht gemäht, lediglich ein schmaler Streifen entlang des Zauns. Dort wurde aber nicht wie vorgeschrieben das Mähgut entfernt. Es bleibt zu beobachten, ob und wie der Betreiber der Blaubeerplantage die ihm auferlegten Naturschutzmaßnahmen umsetzen, die Kleintierdurchlässe nachbessern und Pflege der Wiese vereinbarungsgemäß durchführen wird.

Bei den Bemühungen um eine Unterschutzstellung der Restfläche der Hintersten Tagwiese gab es derweil einen herben Rückschlag: Erst durch eine Anfrage in der Sitzung der Gemeindevertretung am 06.06.mussten wir erfahren, dass der Bürgermeister seit Dezember 2015 die Angelegenheit nicht weiter verfolgt: Die Obere Naturschutzbehörde hatte zugesagt, tätig zu werden, wenn alle Gemeinden zustimmen, aber eine der fünf beteiligten Gemeinden will nicht alle der betrachteten Flächen unter Schutz stellen. Entgegen der Auffassung des Bürgermeisters sind wir von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN der Meinung, dass die Antworten der betroffenen Gemeinden selbstverständlich weitergeleitet werden müssen, damit die Obere Naturschutzbehörde darüber entscheiden kann, ob das Schutzgebietsverfahren eröffnet werden soll. Nach unserer kritischen Anfrage in der Gemeindevertretung wurden die Stellungnahmen jetzt endlich an die Obere Naturschutzbehörde weitergeleitet. Über die Rückmeldung der Behörde und die Folgen werden wir weiter berichten.

Andreas Heidenreich für Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Erzhausen