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160829 - Pressemitteilung vom 29.08.16 - Verkehrspolitik

Pressemitteilung vom 29.08.16

Der Grüne Blick auf die Erzhäuser Politik

Verkehrspolitik in Erzhausen

Erzhausen hat ein stetig wachsendes Problem: Im Unnerdorf reichen die öffentlichen Parkplätze nicht mehr aus und wer sich im Ort umschaut, spürt, dass es auch entlang der gesamten Bahnstraße und ihren direkten Nebenstraßen zunehmend enger wird. Um unseren Bürgermeister Rainer Seibold zu zitieren: „Wir haben es mittlerweile mit städtischen Parkverhältnissen zu tun.“

Die Frage, die sich deshalb stellt, ist: Wie muss eine Verkehrspolitik für Erzhausen aussehen, die derartige Probleme zwar nicht vollständig beseitigt, aber doch wenigstens abbremst oder lindert? Verschiedene Vorschläge sind bereits gemacht worden:

(1) Eine Idee ist die, an die ErzhäuserInnen zu appellieren, Stellplätze auf Privatgrund stärker als bisher für den eigenen PKW zu nutzen und dadurch den öffentlichen Parkraum zu entlasten. Die Erfahrung sagt aber, dass ein solcher Appell nur kurzfristig helfen und dass ein positiver Effekt des Appells nach einer Weile wieder verblassen würde. Denn schließlich kann man niemanden zwingen, eigene Stellplätze dauerhaft fürs eigene Auto zu nutzen.

(2) Ein anderer Gedanke läuft darauf hinaus, für Erzhausen einen eigenen Hilfspolizisten einzustellen, der Falschparker konsequent aufschreibt. Dadurch würde das Parken im Ort regelgerechter geschehen und manches Ärgernis beseitigt sein. Allerdings wird dadurch die Parkplatznot selbst nicht gelindert – die Ursache (zu viele Autos, zu wenig Platz) bliebe bestehen.

(3) Immer wieder gibt es Forderungen, Erzhausen straßenmäßig besser an den Fernverkehr anzubinden (insbes. an die B3 oder an die A5). Wer dies fordert, muss aber auch klar sagen, was das für Erzhausen bedeutet: noch mehr innerörtlicher Autoverkehr. Unabhängig davon, welche Argumente sonst für eine bessere Anbindung sprechen, ist doch eines völlig sicher: Maßnahmen, die zur verstärkten Automobilnutzung anreizen, werden die innerörtlichen Erzhäuser Verkehrsprobleme nicht lösen, sondern verschärfen.

In Zukunft werden wir in Erzhausen nicht um diese Einsicht herumkommen: Da wir in Erzhausen zunehmend städtische Verkehrsverhältnisse bekommen, müssen wir auch die Probleme auf städtische Weise angehen: Durch Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, durch Bau und Ausweisung sicherer und komfortabler Fuß- und Radwege im Ort. Nur so wird es für uns ErzhäuserInnen attraktiv, öfter als bisher aufs Auto zu verzichten, vielleicht irgendwann sogar die Anschaffung des Zweitwagens einzusparen.

Vieles, was in diese Richtung weist, haben die Erzhäuser Grünen in ihrem Wahlprogramm berücksichtigt. Und bereits vor der Wahl haben wir uns an die kommunalpolitische Arbeit gemacht – durch einen einstimmig verabschiedeten Antrag zum neuen Baugebiet Südliche Goethestraße, der insbesondere die Schaffung einer zusätzlichen Bushaltestelle anstrebt. Hier wollen wir eine vorrangige Berücksichtigung von Öffentlichem Nahverkehr und Fahrradverkehr erreichen. Für Erzhäuser Neubaugebiete wäre das etwas Neues. Zukünftig stehen weitere Themen an: ein Erzhäuser Verkehrskonzept für Fußgänger und Radfahrer, Anstrengung um eine Verdichtung des S-Bahn-Taktes, Prüfung von Car-Sharing-Konzepten, ... Wir werden Sie, liebe Erzhäuserinnen und Erzhäuser, auf dem Laufenden halten.

Klaus Süllow für Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Erzhausen